Netzwerk & Daten
Ethernet-Kabel: Kategorien und Aufbau
Dieser Ratgeber erklärt den Aufbau eines Ethernet-Kabels und die Kategorien im Vergleich. Er zeigt Bandbreite, Geschwindigkeit und Reichweite in einer geprüften Tabelle. Dazu erklärt er die Schirmung, die 100-Meter-Regel und den Unterschied zwischen Verlegekabel und Patchkabel. So finden Sie die richtige Kategorie für Ihre Anwendung.

Das Wichtigste in Kürze
- →Die Kategorie reicht heute von Cat5e bis Cat8 und legt fest, wie viel Bandbreite in Megahertz das Kabel überträgt.
- →Die Kategorie bestimmt außerdem, welches Tempo über welche Länge sicher läuft.
- →Für die meisten Netzwerke sind Cat6 und Cat6a die passende Wahl.
Wie ist ein Ethernet-Kabel aufgebaut?
Ein Ethernet-Kabel besteht im Kern aus acht Adern. Diese acht Adern sind zu vier Paaren verdrillt. Das Verdrillen ist kein Zufall, weil es Störungen reduziert und die Übertragung stabil macht. Der englische Fachbegriff dafür ist Twisted Pair, also verdrilltes Paar.
Jedes der vier Paare hat eine eigene Schlaglänge, sodass die Paare unterschiedlich stark verdrillt sind. Das verringert das Übersprechen zwischen den Paaren. Über den Adern liegt je nach Bauart eine Schirmung. Außen schützt der Mantel das Kabel vor mechanischer Belastung.
Am Ende sitzt in der Regel ein RJ45-Stecker. Wie die acht Adern dort belegt werden, erklärt unser Ratgeber zur RJ45-Steckerbelegung.
Welche Ethernet-Kabel-Kategorien gibt es?
Die Kategorie beschreibt die Leistungsklasse eines Kabels. Sie wird kurz Cat genannt, abgeleitet vom englischen Category. Je höher die Zahl, desto mehr Bandbreite schafft das Kabel. Die folgende Tabelle zeigt die üblichen Kategorien mit ihren geprüften Werten.
| Kategorie | Bandbreite | Typisches Tempo | Reichweite |
|---|---|---|---|
| Cat5e | 100 MHz | 1 Gbit/s | 100 m |
| Cat6 | 250 MHz | 1 Gbit/s, 10 Gbit/s bis ca. 55 m | 100 m |
| Cat6a | 500 MHz | 10 Gbit/s | 100 m |
| Cat7 | 600 MHz | 10 Gbit/s | 100 m |
| Cat8 | 2000 MHz | 25 bis 40 Gbit/s | 30 m |
Ein Hinweis zu den Werten. Das Tempo hängt an der Strecke. Cat6 schafft 10 Gbit/s nur auf kurzer Distanz. Auf voller Länge von 100 Metern bleibt es bei 1 Gbit/s. Cat6a hält 10 Gbit/s dagegen über die vollen 100 Meter.
Was bedeuten Bandbreite und Geschwindigkeit?
Bandbreite und Geschwindigkeit sind nicht dasselbe. Die Bandbreite wird in Megahertz angegeben. Sie beschreibt den Frequenzbereich, den das Kabel sauber überträgt. Die Geschwindigkeit wird in Gigabit pro Sekunde angegeben. Sie beschreibt die Datenmenge pro Zeit.
Eine höhere Bandbreite erlaubt in der Regel ein höheres Tempo. Cat8 mit 2000 MHz schafft deshalb bis zu 40 Gbit/s. Cat5e mit 100 MHz bleibt bei 1 Gbit/s. Für die Praxis zählt beides zusammen. Eine Kategorie ist erst dann sinnvoll gewählt, wenn Bandbreite, Tempo und Strecke zur Anwendung passen.
Was bedeuten U/UTP, F/UTP und S/FTP?
Diese Kürzel beschreiben die Schirmung. Die Schirmung schützt das Signal vor elektromagnetischen Störungen. Die Kennzeichnung folgt der Norm ISO/IEC 11801. Sie hat die Form XX/XTP. Der erste Teil steht für den Gesamtschirm um alle Paare. Der zweite Teil steht für den Schirm um das einzelne Paar.
Die Buchstaben haben eine feste Bedeutung. U steht für ungeschirmt. F steht für Folienschirm. S steht für Geflechtschirm. TP steht für Twisted Pair, also das verdrillte Paar.
| Kürzel | Gesamtschirm | Schirm je Paar |
|---|---|---|
| U/UTP | keiner | keiner |
| F/UTP | Folie | keiner |
| U/FTP | keiner | Folie |
| S/FTP | Geflecht | Folie |
| F/FTP | Folie | Folie |
U/UTP ist die ungeschirmte Standardvariante. Sie reicht in vielen Büro- und Wohnbereichen. S/FTP hat den stärksten Aufbau. Es kombiniert ein Geflecht außen mit einer Folie um jedes Paar. Diese Variante eignet sich für Umgebungen mit hoher Störbelastung, etwa in der Industrie.
Ein Hinweis zu alten Begriffen. FTP und STP sind ältere Kurzformen. Sie sind ungenau. Die klare Kennzeichnung ist die zweiteilige Form nach ISO/IEC 11801.
Was besagt die 100-Meter-Regel?
Eine Ethernet-Strecke aus Kupfer ist auf 100 Meter begrenzt. Diese Grenze gilt für 1000BASE-T und für 10GBASE-T. Sie umfasst die gesamte Verbindung. Das Fachwort dafür ist Channel.
Die 100 Meter teilen sich auf. Rund 90 Meter entfallen auf das fest verlegte Kabel. Rund 10 Meter bleiben für die Patchkabel an beiden Enden. Wer längere Strecken braucht, setzt einen aktiven Verteiler dazwischen oder wechselt auf Glasfaser. Dazu passt unser Ratgeber zum LWL-Glasfaserkabel.
Cat8 ist die Ausnahme. Für 25 und 40 Gbit/s liegt die Grenze bei 30 Metern. Cat8 ist daher vor allem für kurze Strecken im Rechenzentrum gedacht.
Verlegekabel oder Patchkabel: Was ist der Unterschied?
Der Unterschied liegt im Leiter. Verlegekabel hat starre Adern aus einem Volldraht. Patchkabel hat flexible Adern aus feiner Litze. Beide haben ihre Aufgabe.
Verlegekabel wird fest in Wand, Kanal oder Boden verlegt. Der Volldraht überträgt das Signal gut über lange Strecken. Er ist aber steif und bricht bei ständigem Biegen. Patchkabel verbindet Geräte mit der Dose oder dem Verteiler. Die Litze ist flexibel und hält häufiges Biegen aus.
Die beiden Bauarten lassen sich nicht tauschen. Ein Verlegekabel eignet sich nicht als bewegtes Patchkabel. Den technischen Hintergrund erklärt unser Ratgeber Litze oder Draht.
Welche Kategorie passt zu welcher Anwendung?
Die Wahl richtet sich nach Tempo, Strecke und Umgebung. Für das normale Büro oder die Wohnung reicht Cat6, weil es 1 Gbit/s stabil über 100 Meter liefert. Für neue Netze mit Reserve ist Cat6a der Standard. Es hält 10 Gbit/s über die volle Länge.
Cat7 bietet mehr Bandbreite, ist aber kein Standard der TIA. Es folgt der ISO/IEC-Norm und nutzt oft eigene Steckverbinder statt RJ45. Cat8 ist auf kurze Strecken im Rechenzentrum ausgelegt. Für die klassische Verkabelung im Gebäude ist es meist überdimensioniert.
Ein einfacher Merksatz hilft. Planen Sie für die Zukunft, nicht nur für heute. Ein Kabel liegt oft viele Jahre in der Wand. Eine Kategorie mit Reserve spart den späteren Austausch.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Cat6 und Cat6a?
Welches Ethernet-Kabel für 10 Gbit/s?
Was bedeutet UTP bei Netzwerkkabeln?
Wie lang darf ein Ethernet-Kabel sein?
Ist Cat8 immer besser als Cat6a?
Warum die richtige Konfektion bei WATEK zählt
Die Kategorie allein macht kein gutes Kabel. Entscheidend ist die saubere Verarbeitung an den Enden. Ein falsch aufgelegter Stecker senkt die Leistung, auch bei bester Kategorie. Wir konfektionieren Netzwerkleitungen nach Norm und nach Ihrer Vorgabe. In der Praxis sehen wir immer wieder Leitungen, die erst nach der Prüfung am fertigen Ende ihre volle Kategorie erreichen. Jede Leitung wird korrekt aufgelegt, gekennzeichnet und geprüft.
Brauchen Sie konfektionierte Netzwerkleitungen in der richtigen Kategorie, sehen Sie sich unsere Kabelkonfektion an. Für komplexe Verbindungen mit vielen Leitungen passt der Kabelbaum. Komplette Einheiten liefern wir über die Gerätemontage. Ganze Module fertigen wir in der Baugruppenfertigung.
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Schicken Sie uns Zeichnung, Muster oder Stückzahl. Wir prüfen Ihre Anforderung und melden uns mit einem Vorschlag.

Thomas Wakolbinger
Geschäftsführer · WATEK Cable GmbH
Thomas Wakolbinger führt die WATEK Cable GmbH in Lambach (Oberösterreich). Mit Hintergrund in der Automatisierungstechnik verantwortet er die Fertigung von Kabelkonfektionen, Gerätemontagen und elektrischen Baugruppen: vom Einzelstück bis zur Serie.
Mehr über unsQuellen und Normen
- ISO/IEC 11801, Informationstechnik, anwendungsneutrale Verkabelungssysteme
- IEEE 802.3, Ethernet-Standards für 1000BASE-T, 10GBASE-T und 40GBASE-T
- TIA/EIA-568, Kategorien und Verkabelung strukturierter Netze
- EN 50173, europäische Norm für anwendungsneutrale Verkabelung
- Twisted-Pair-Kabel, Wikipedia
- Ethernet, Wikipedia
- 8P8C, Wikipedia
Fachliche Verantwortung: Thomas Wakolbinger, Geschäftsführer WATEK Cable GmbH. Dieser Beitrag dient der technischen Orientierung. Für die konkrete Planung Ihres Netzes ziehen Sie eine Fachkraft hinzu.
